1167

Erwähnung einer basilica in Jazaha als Besitz der Klosters Schlüchtern. Wahrscheinlich ist die Martinskirche als Pfarrkirche zwischen Mernes, Burgjoß und Pfaffenhausen gemeint.

1346

Ersterwähnung: Friedrich von Hutten löst zwei Eigenleute zu jossa und zum oberndorff von Ritter Kunkel von Büdingen ab.

1404

Erwähnung als aberndorf im Mannbuch der Herren von Hanau.

1444

Die Herren von Thüngen verkaufen ihr Gut „auf der Jossa“, ohne den Pfarrsitz zu Oberndorf, an Hans von Hutten zu Hausen.

1540

Das Erzstift Mainz erwirbt O. und seine Nachbarorte von den Herren von Hutten. O. gehört jetzt zum oberen Erzstift, Amt Hausen-Orb, Kellerei Burgjoß.

1633

O. gehört zum Amt Orb und hat 38 Höfe.

1648

Nach Dreißigjährigem Krieg und Pest ist die Bevölkerung bis auf wenige Haushalte ausgestorben oder geflohen; es folgen Neuansiedlungen.

1659

Neuaufbau von Kirche und Pfarrei mit Neuanlage der Kirchenbücher sowie Neubau eines Pfarrhauses 1685 (abgerissen 1971).

1803

Aufteilung des Erstiftes Mainz: O. gehört als Teil des ehem. oberen Erzstiftes zum neugebildeten „Fürstentum Aschaffenburg“ , das 1810 Departement des Großherzogtums Frankfurt wird; O. hat 70 Haushalte mit 480 Einwohnern und gehört zum Distrikt Burgjoß.

1814

Oberndorf kommt mit dem Fürstentum Aschaffenburg an Bayern.

1834

Anstieg der Einwohnzahl auf 658. Infolge von Auswanderung wird dieser Stand erst nach 1910 wieder erreicht.

1867

Oberndorf und seine Nachbarorte werden preußisch (Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gelnhausen)

1885

622 Einwohner (592 katholisch, 30 evangelisch). Von 689 ha Gemarkung sind 606 ha Acker, 33 ha Wiesen und 29 ha Holzungen.

1892

Erweiterung der Martinskirche (Chor 1892, Turm 1904, Langhaus 1953).

1904 bis 1928

Vereinsgründungen: Imkerverein 1904, Sängerlust 1911, Katholische Frauengemeinschaft 1917

1909

Neubau der Volksschule (zweiklassig).

1912

Erstes elektrisches Licht; 693 Einwohner.

1921

Vereinsgründungen: VfB Oberndorf 1921, Freiwillige Feuerwehr 1928

1938

Neues Schulgebäude an der Sandkaute; die alte Schule wird teilweise Rathaus.

1940

Die Familie des Berliner Malers Alf Bayrle wird nach O. evakuiert. Der Sohn Thomas Bayrle wächst bis 1956 hier auf und wird später Professor an der Frankfurter Städelschule sowie international ausgezeichneter Künstler.

1943

Am Rabenberg entsteht eine kleine Waldarbeitersiedlung (sieben Häuser).

1945

Oberndorf gehört nach Auflösung des Staates Preußen zum neuen Land Groß-Hessen (ab 1946 „Hessen“), Regierungsbezirk Wiesbaden.

1951

Stillegung der Untermühle, fünf Jahre später der Obermühle.

1952

Errichtung eines gemeindeeigenen Fabrikgebäudes (bis 1956 Zigarren-, bis 1963 Kleiderfertigung, bis 1987 Schreibmaschinenteile für die Adlerwerke, bis 1990 Gummwarenlager).

1956

Weihe des neugestalteten Kriegerdenkmals (I. Weltkrieg 24 Gefallene/Vermisste, II. Weltkrieg 83).

1961

1064 Einwohner, davon 53 evangelisch (= 5 %), 1002 katholisch (= 94,2 %); Gemeindegebiet 713 ha, davon 350 ha Wald (= 49 %).

1964

Neue Vereine: Musikverein 1964, Narrenclub 1967

1969

Schulneubau für den Schulverband Mernes, Pfaffenhausen, Burgjoß und Oberndorf in O.: „Jossatal-Schule“ (die Schule von 1909 wird ganz Rathaus).

1971

In der Gebietsreform Zusammenschluss mit Burgjoß und Pfaffenhausen zu „Jossatal“ (zum 31. Dezember 1971). Die Einwohnerzahl betrug zuletzt 1198.